Heyne Hardcore, 238 Seiten,
April 2009
10. Auflage August 2010
100.000 verkaufte Exemplare im Mai
2010 ("Rekord in Deutschland" - Die WELT im Juli 2010)
"vögelfrei" zu schreiben,
war für mich wirklich aufregend. Nicht
nur, weil es mein erster Roman ist, sondern
auch, weil ich die Idee schon lange mit
mir herumgetragen hatte, bis sich immer
mehr persönliche Erfahrungen, Gedanken
und Erlebnisse angesammelt hatten. Dieses
Buch ist mit Abstand das persönlichste,
das ich bisher geschrieben habe.
Meine Heldin Marei ist natürlich
erfunden, und auch das "Treibhaus",
eine Mischung aus exklusiver Diskothek und
Darkroom, hat es in der Kombination leider
nie gegeben, aber es stecken jede Menge
privater Details in Mareis Reise.
Zum Beispiel habe ich in der New Yorker
Wohnung, die sie von einer Freundin leiht,
tatsächlich gewohnt. Für das "Treibhaus"
habe ich mir die Räume meines Lieblingsclubs
"ausgeliehen" (wenn da auch der
Darkroom einfach ein Durchgangsflur ist
- schade eigentlich). Mareis blaues Wunderkleid
hängt bei mir im Schrank. Die meisten
der Gerichte, die die bei ihrem Dinner serviert,
koche ich auch selbst gern. Ich liebe die
alte Serie "Das Haus am Eaton Place",
das im Hilde-Kapitel vorkommt, und eine
ähnliche Therapie-Sitzung, wie Hilde
sie veranstaltet, habe ich tatsächlich
mal als Gast erlebt und konnte es kaum fassen.
Genau wie Hilde bin ich auch ein Fan von
antiken Stoffen, Handtaschen und Schuhen.
Meine Begeisterung für Mangas und Gothic-Lolitas
konnte ich in dem Leander-Kapitel und die
für Bollywood-Kitsch im Samir-Kapitel
ausleben. Besonders ans Herz gewachsen ist
mir beim Schreiben Gemma, eine meiner Lieblingsfiguren,
die sich von einer einfachen, etwas freakigen
Domina zu einer fast mütterlichen Herrin
der Hölle entwickelte, die schließlich
sogar eines meiner eigenen Laster annahm:
Rolläden runter, halb aufgetauter Käsekuchen
und gute Serien. An Tagen, an denen man
nur rumnölen und jammern möchte,
gibt es einfach nichts Besseres. In Gemmas
Studio lernt Marei in der Garderobe ein
merkwürdiges Sextoy kennen, das auch
zu meinen Lieblingsspielzeugen gehört,
und sie darf ausgiebig argentinischen Tango
tanzen, wozu ich selbst leider viel zu selten
komme.
Auch mit den Männern verbinden mich
Erinnerungen. Mit dem Vorbild für Malte
bin ich seit über zehn Jahren befreundet.
Mit dem für Leo hätte ich fast
mal geschlafen, und aus dem Taxi ganz am
Ende des Romans würde ich, wenn ich
Marei wäre, nie wieder aussteigen
Dazu aber vielleicht im nächsten Roman
mehr.
Das Wichtigste ist aber eine grundlegende
Gemeinsamkeit mit Marei: Wie sie bin ich
eine hoffnungslose, irre Romantikerin. Und
ich liebe Sex.
Viel Spaß beim Lesen wünscht
euch

Pressestimmen zum Buch gibt
es hier.
Und hier geht's zum Interview auf der Verlagsseite. |

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